PROJEKT HYPERSOIL     Pfad:http://hypersoil.uni-muenster.de/ 0/04/07/06.htm
Modul: Boden - Informationen
Kapitel: Bodenentwicklung
Seitentitel: Gley (Ah-Go-Gr-Boden)

Der Gley ( russisch: „sumpfiger Boden“) gehört zu den sogenannten hydromorphen, d.h. vom Bodenwasser beeinflussten, Böden. Als Grundwasserböden zeichnen sich Gleye durch einen dauernd hochstehenden Wasserstand aus, der bis zum Ah-Horizont heranreichen kann. Der humose, meist kalkarme Ah-Horizont ist in der Regel nur 20-30 cm mächtig. Durch intensive chemische Verwitterung ist der in der Regel mächtige Unterboden ton- und lehmreich. Dieser wird nicht – wie ansonsten üblich - als B-Horizont bezeichnet, sondern als G-Horizont.

Im ständig durchnässten Grundwasserbereich werden wegen Sauerstoffmangels die rostfarbigen Eisen- und Manganhydroxide zu löslichen zweiwertigen Fe- und Mn-Oxiden reduziert. Sie werden im darüber liegenden Schwankungsbereich des Grundwassers durch Luftzufuhr als fleckige Bänder wieder ausgeschieden. Diese Fleckigkeit des Oxidationshorizontes (Go) wird im darunter liegenden Reduktionshorizont (Gr) von gleichmäßig grün-blau-grauen Schichten abgelöst, die die Farben der reduzierten Fe- und Mn-Verbindungen anzeigen.

Gleye besitzen auf Grund des hohen Tongehaltes zwar eine hohe Austauschkapazität, bilden bei Trockenheit aber tiefe Trockenrisse und sind bei Feuchte schwer zu bearbeiten. Die Grundwasserproblematik, die hohe Mobilität der im Grundwasser gelösten Nährstoffe, der eingeschränkte Wurzelraum und die langsame Erwärmung machen Gleye ackerbaulich kaum nutzbar.

Gley-Profil
Foto: Prof. Dr. Klaus Mueller