PROJEKT HYPERSOIL     Pfad: http://hypersoil.uni-muenster.de/1/02/05.htm
Modul: Boden - Werkstatt
Kapitel: Regenwurm-Werkstatt
Seitentitel: Geographische Verbreitung

Regenwürmer sind Kosmopoliten und kommen in fast allen Böden auf der Erde vor, mit Ausnahme von Extremstandorten wie eisbedeckten Polargebieten oder vegetationsfreien Hochgebirgskämmen und Wüstenregionen. In Mitteleuropa sind insbesondere Moor- und Dünengebiete für Regenwürmer schwer zu besiedeln (GRAFF 1983, S. 95).

Weltweit gibt es etwa 3000 Regenwurmarten (Lumbriciden), die 18 Familien zugeordnet werden (GRAFF 1983, S. 78). Das natürliche Verbreitungsgebiet der Regenwürmer erstreckt sich vom Osten Nordamerikas über ganz Europa und Sibirien bis Ostasien einschließlich Japan, und dehnt sich nach Süden hin bis nach Nordafrika, Vorderasien und Nordindien aus. Durch die wirtschaftliche Nutzung der Böden, Kolonialisierung und zunehmende Globalisierung der Handelsbeziehungen konnten die Regenwürmer in neue Lebensräume vordringen und auch weite Gebiete der südlichen Hemisphäre wie z.B. Südamerika, Südafrika, Australien und Neuseeland soowie den Westen Nordamerikas besiedeln (GRAFF 1983, S. 58). Zum Teil wurden europäische Regenwurmarten zur Verbesserung der Bodenqualität nach Neuseeland und in andere Länder „exportiert“.

Die Besiedlung unterschiedlicher Höhenlagen hat zu keiner erkennbaren Differenzierung geführt. So zeigt die Regenwurmfauna Mitteleuropas von der Ebene bis zu mittleren Höhenlagen der Hochgebirge ähnlich Formmerkmale (s. Lebensformen). Vereinzelt wurden Individuen einer Art in Lagen von 3200 m Höhe gefunden (BRAUNS 1968, S. 305).


Weitere Informationen:

  • Stammesgeschichtliche Entwicklung
  • Einheimische Regenwürmer


Literatur

BRAUNS, A. (1968): Praktische Bodenbiologie. Stuttgart: G. Fischer.
BUCH, W. (1986): Der Regenwurm im Garten. Stuttgart: Ulmer.
DUNGER, W. (1964): Tiere im Boden. Wittenberg: Ziemsen.
GRAFF, O. (1983): Unsere Regenwürmer: Lexikon für Freunde der Bodenbiologie. Hannover: Schaper.
MÜLLER, G. (1965): Bodenbiologie. Jena: VEB G. Fischer.