PROJEKT HYPERSOIL     Pfad: http://hypersoil.uni-muenster.de/1/03/08.htm
Modul: Boden - Werkstatt
Kapitel: Assel-Werkstatt
Seitentitel: Anpassung der Atmungsorgane

Asseln atmen wie alle Krebse durch Kiemen. Diese befinden sich an den bauchseitig liegenden Hinterleibsfüßen (Pleopoden) des Abdomens. Landasseln sind daher auf ausreichende Feuchtigkeit angewiesen.

Bei den auch an trockenere Standorte vordringenden Landasselarten, wie z.B. Mauer-, Keller- und Rollasseln, hat sich ein spezielles Wasserleitungssystem entwickelt, das jeden auf die Körperoberfläche gelangenden Wassertropfen zu den Kiemen leitet. Dabei wird das Wasser kapillar durch die Furchen zwischen den Körpersegmenten auf dem Rücken eingesogen und zur Bauchseite geleitet. Dort wird das Wasser über ventrale Rinnen, die zwischen den Laufbeingelenken verlaufen, zu den Kiemen an den Hinterleibsfüßen transportiert.

Mit abnehmendem Feuchtigkeitsgehalt der Luft reicht die Kiemenatmung nicht mehr aus. So haben sich auf der Innenseite der Hinterleibsfüße durch Furchungen und starke Verdünnung der Haut sogenannte „Behelfslungen“ entwickelt, mit denen die Landasseln den Sauerstoff auch aus der Luft aufnehmen können. Für die Luftatmung krümmen sie ihren Hinterleib nach oben, so dass die Luft ungehindert an die Hinterleibsfüße gelangen kann. Die „verbrauchte“ Luft wird durch das Abwärtskrümmen des Hinterleibes ausgetrieben.

Während Mauerasseln bei ausreichend feuchter Umgebung ihren Sauerstoffbedarf vollständig über Kiemenatmung decken können, ist das bei Kellerasseln, Rollasseln und verwandten Arten nicht mehr möglich. Bei ihnen haben sich die Kiemen noch weiter zurückentwickelt. Durch Einstülpungen des Atemgewebes haben sich hier regelrechte Tracheenlungen gebildet. In Aufbau und Funktion entsprechen sie weitgehend den Tracheen der Insekten und Spinnen.

Da die Trachealorgane dieser Asseln aufgrund der Luftfüllung weiß erscheinen, werden sie auch als „weiße Körper“ bezeichnet. Bei den Keller- und Rollasseln finden sich diese weißen Körper an den Hinterleibsfüßen des ersten und zweiten Segmentes. Bei den Rollasseln, die noch stärker an trockene Standorte angepasst sind als die Mauerasseln, sind diese Trachealorgane besonders kräftig ausgebildet und deutlich sichtbar (vgl. dazu ausführlich: DUNGER 1964 und 1983).