PROJEKT HYPERSOIL     Pfad: http://hypersoil.uni-muenster.de/1/03/09.htm
Modul: Boden - Werkstatt
Kapitel: Assel-Werkstatt
Seitentitel: Bodenbiologische Bedeutung

Asseln spielen als Streuzersetzer bei Aufschluss des Bestandesabfall (Falllaub und Holzreste) eine beachtliche Rolle. Aufgrund ihrer kräftigen Mundwerkzeuge sind sie in der Lage, wenig oder noch nicht zersetztes Pflanzenmaterial zu zerkleinern. Sie bevorzugen allerdings leicht angerottetes Material, das schon mikrobiell vorzersetzt ist.

Neben organischen Materialien, wie Blättern oder Holzresten, nimmt die Assel auch stets mineralische Bodenbestandteile (z.B. Sandkörner oder Bodenkrümel) auf. Im Darm erfolgt dann eine gründliche Durchmischung der aufgenommenen Nahrung. Der ausgeschiedene Kot ist wie bei den Regenwürmern mit Ton-Humus-Komplexen angereichert (TOPP 1981, S. 114; s. Ernährung).

Durch die Fraßtätigkeit der Asseln wird die Mineralisierung und Humifizierung der abgestorbenen pflanzlichen Substanz gefördert und damit die Bodenentwicklung beschleunigt. Nach DUNGER (1983, S. 121) können Landasseln in Auwäldern bis zu ein Sechstel der jährlich anfallenden Streumenge verarbeiten.

Eine besondere Rolle spielen Asseln als Streuzersetzer in ariden Gebieten. So ist in den ausgedehnten Trockengebieten Nordafrikas die Wüstenassel (Hemilepistus reaumuri) oft die einzige Bodentierart, die sich an der Durchmischung von organischen und mineralischen Substanzen im Boden beteiligt und so für eine Verbesserung der Bodenqualität sorgt (TOPP 1981, S. 114). In den gemäßigten Breiten ist die Bedeutung der Landasseln für die Bodenentwicklung allerdings deutlich geringer als die der Regenwürmer.