PROJEKT HYPERSOIL     Pfad: http://hypersoil.uni-muenster.de/1/04/03/05.htm
Modul: Boden - Werkstatt
Kapitel: Boden erleben & begreifen
Seitentitel: Unterrichtseinheit 5: Fenster zum Boden

Fenster zum Boden

Unterrichtseinheit 5

30 min.

Der „Lebensraum Boden“ wird intensiv erkundet. Dazu wird ein ausgesuchter Ausschnitt des Bodens durch ein selbst gebasteltes „Bodenfenster“ betrachtet. Die Aufmerksamkeit der Lernenden wird so auf einen bestimmten Boden-Bereich konzentriert und lässt sie dort die Bodenwelt entdecken.

Anleitung


Material:
Pappe für das Erd-Fenster (z.B. die DIN A4 Zeichenblockpappe oder Schuhkartondeckel).

Vorbereitung:
Jeder Schüler/ jede Schülerin schneidet einen Erdfensterrahmen aus der Pappe zurecht. Dazu wird aus der Pappe ein Rechteck herausgeschnitten, so dass ein Rahmen entsteht.

Durchführung:
Im Wald oder auf der Wiese sucht sich jeder Schüler/ jede Schülerin einen interessanten Bodenbereich aus (z.B. eine Fläche mit kleinen Pflanzen, Steinen, Laub und Moos). Dann legen sie sich mit dem Bauch auf den Boden. Der gebastelte Fensterrahmen wird so platziert, dass der gewählte Ausschnitt gut betrachtet werden kann. Zunächst sollte die Wahrnehmung auf das Sehen und Riechen konzentriert werden. Die Beobachtungen und der wahrgenommene Geruch werden untereinander ausgetauscht. Anschließend erforschen die Lernenden die Natur vor sich und heben Steine, Blätter und Äste an. Die Entdeckungen werden der Gruppe mitgeteilt. Gedanken und Gefühle sowie Wissen über die Lebewesen und Pflanzen und deren Vernetzung werden ausgetauscht. (vgl. JANSSEN/ TROMMER 1988, S. 45; SCHMIDT 1998, S. 34)

Variation:

• Alternativ zu den Erdfenstern aus Pappe kann eine 5x5 m Bodenfenster-Plane, z.B. aus Recycling-Kunststoff verwendet werden. Aus der Mitte der Plane wird ein rundes Fenster von 1,50 m Durchmesser herausgeschnitten. Mit der Bodenfenster-Plane wird genauso verfahren wie mit den Erdfensterrahmen. Alle Schüler und Schülerinnen legen sich im Kreis bauchwärts auf die Plane um das mittige Fenster herum und betrachten den Ausschnitt. (vgl. JANSSEN/ TROMMER 1988, S. 39)

• Auf die natürlichste Weise wird der Boden ohne Hilfsmaterialien betrachtet. Dazu legen sich die Lernenden einfach in einem Kreis auf den Wald- oder Wiesenboden. Die Aufmerksamkeit wird auf die Beschaffenheit eines Bodenausschnittes gelenkt. (vgl. KNIRSCH 1993, S. 36-37)

• Der Boden und die dort lebenden Tiere und Pflanzen können auch mit der Lupe in Augeschein genommen werden. Hierzu benötigt man ein Vergrößerungsglas oder eine Becherlupe (vgl. CORNELL 1979, S.49).


Literatur:

CORNELL, J.B. (1979): Mit Kindern die Natur erleben. Prien: Ahorn-Verlag.

JANSSEN, W./ TROMMER, G. (1988): Wald erleben. – Unterricht Biologie 12, Heft 137, S. 39-44.

KNIRSCH, R.R. (1993): Unsere Umwelt entdecken. 2. Auflage. Münster: Ökotopia Verlag.

SCHMIDT, K. (1998): Die Natur-Erlebnis-Tour. - Grundschule 30, Heft 1, S. 32-34.