PROJEKT HYPERSOIL     Pfad: http://hypersoil.uni-muenster.de/1/04/03/13.htm
Modul: Boden - Werkstatt
Kapitel: Boden erleben & begreifen
Seitentitel: Unterrichtseinheit 13: "Irdene Gefäße"

"Irdene Gefäße"

Unterrichtseinheit 13

1-2 h

Das Herstellen von Gefäßen aus Erde ( = irdene Gefäße) ist eine alte Kulturtechnik, die schon unsere Vorfahren vor Jahrtausenden kannten. Auch heute noch werden Tongefäße in Töpfereien hergestellt und die Töpfermuseen zeugen von der Kunst dieses alten Handwerks.
Im Umgang mit dem Boden lernen die Schülerinnen und Schüler, dass der Boden uns natürliches Material zur Herstellung von Kulturgegenständen liefert. Beim Modellieren der Gefäße setzen sie sich mit den vielfältigen Eigenschaften des Tons auseinander. Die Lernenden erfahren die Struktur, Formbarkeit, Bindigkeit und Wasseraufnahmefähigkeit sowie die unterschiedliche Konsistenz des Tons vor und nach dem Brennen. Der oft negativ mit Schmutz oder Dreck assoziierte Boden wird aus einer anderen Perspektive wahrgenommen.

Anleitung

Material:
Ton (z.B. aus Bastelläden oder der Töpferei); Kaffeebecher; Küchenmesser (stumpf); Zeitungspapier; Brennofen (evtl. in der Schule).

Durchführung:
Zuerst wird ein Stück Ton ca. 1cm dick ausgerollt. Mit einem Kaffeebecher wird ein Kreis ausgestochen der später als Boden des Gefäßes genutzt wird. Aus dem verbleibenden Ton werden lange runde Schnüre gerollt. Diese sollten ca. 30-50cm lang sein und Bleistiftdicke haben. Der Anfang einer Tonschnur wird rund um den ausgestochenen Boden gelegt und festgedrückt. Die Schnur wird dann in Form eines Gefäßes um den Gefäßboden hochgewickelt. Die einzelnen Schichten müssen immer fest angedrückt werden. Ist die gewünschte Gefäßhöhe erreicht, werden die Rillen innen und je nach Geschmack auch außen mit dem Messer glatt gestrichen (dazu kein Wasser benutzen!). Der Übergang zum Boden des Gefäßes wird ebenfalls glatt gestrichen. (vgl. IPTS 2000, 4.02)

Tongefäß

Das Gefäß wird ca. 1-2 Wochen an einem trockenen Ort stehengelassen bis es vollständig getrocknet ist. Zur endgültigen Fertigstellung wird das Gefäß eine Nacht lang im Brennofen bei 900ºC gebrannt. (vgl. IPTS 2000, 4.02).- Ist kein Ofen zur Hand, so ist dies nicht weiter problematisch. Der einzige Nachteil liegt darin, dass nicht gebrannte Tongefäße durch den Kontakt mit Wasser wieder weich werden oder an der Luft zerbröseln.
Abschließend werden die Erfahrungen, die beim Umgang mit dem Ton gemacht wurden ausgetauscht.

Tipp: Die Herstellung von Gefäßen aus Ton kann sehr gut mit einem Besuch in einer Töpferei oder einem Töpfermuseum verbunden werden.

Variation:

Alternativ zum Modellieren mit Tonschnüren können kleine Tonkugeln geformt werden. Die Kugeln werden rund um den Gefäßboden festgedrückt. Jede weitere Tonkugelreihe wird versetzt auf die untere Reihe aufgedrückt. Dadurch ergibt sich ein schönes Muster und die Stabilität ist gewährleistet.


Literatur:

IPTS (2000): Landesinstitut Schleswig-Holstein für Praxis und Theorie der Schule: PING. Ich und der Boden. Themenmappe für die Jahrgangsstufe 5/6, Entwicklungsfassung 2000, SH.56.14.02.00. Kronshagen.